Timor

Timor – Mythen und Sandelholz

Seit Osttimor 2002 von Indonesien unabhängig wurde, ist die Insel Timor im Osten Indonesiens der Weltöffentlichkeit ein Begriff. Timor ist seitdem politisch zweigeteilt in das indonesische Westtimor und das unabhängige Osttimor (offiziell Timor Leste).

Timor bedeutet in der Landessprache “der Osten” und lange Zeit bezeichnete Timor alle Inseln östlich von Bali. Historische Berichte sind deshalb oft nicht eindeutig einer bestimmten Region zuzuordnen und so ist von Timor vor dem 15.Jahrhundert kaum etwas bekannt.

Auf der Suche nach den sagenhaften Gewürzinseln entdeckten Anfang des 16.Jahrhunderts die Portugiesen Timor. Spätestens seit damals war Sandelholz das wichtigste Handelsgut der Insel. Aus dem seltenen und wertvollen Holz wurde kostbares Sandelöl hergestellt. Um das Sandelholzmonopol kämpften chinesische und arabische Händler, Portugiesen, Holländer und die Bewohner Timors und der Nachbarinsel Flores. Heute sind die Sandelholzbestände, für die Timor jahrhundertelang berühmt war, weitgehend dezimiert.

Ursprünglich waren alle Timoresen Animisten und der traditionelle Glaube um Ahnenkult und Geister hat auch nach der Christianisierung Timors überlebt. Davon zeugen animistische Skulpturen und Objekte aus Holz wie rituelle Ahnenmasken, Ahnenfiguren und mit Schnitzereien verzierte Totemsäulen, ebenso wie Tänze und Rituale.

Die wichtigste Gruppe in der ethnischen Vielfalt der Insel sind die Atoin Meto in Westtimor. Nach ihrem Mythos entstand Timor einst aus einem mythischen Krokodil, das sich nach seinem Tod in die Insel verwandelte. Krokodile gelten daher bis heute als Schutzgeister des Wassers.

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