|
Balinesische Gärten stehen neben japanischen Gärten für die asiatische Gartenkunst schlechthin. Verträumte Pavillons und Teiche, kunstvoll verzierte Opferschreine und moosbewachsene Statuen schaffen eine verwunschene, harmonische Atmosphäre, die man nie vergisst.
Stumme steinerne Wächter bewachen verschwiegene Felsnischen. An kunstvoll angelegten Badebecken, die von natürlichen heißen Quellen gespeist werden, sitzen Götter- und Dämonenfiguren und beobachten die Wasserläufe, die sich aus moosüberwucherten Brunnenspeiern ergießen. Das Plätschern des Wassers verleiht dem Garten eine Atmosphäre von Ruhe und Frieden. Tropische Blumen, Bougainvillea, Hibiskus, Strelitzien und viele andere blühen in kunstvollen Pflanztrögen aus Paras, und in den allgegenwärtigen Opferschreinen werden den Göttern kleine Gaben aus Blütenblättern und Reis dargebracht. Unverzichtbarer Bestandteil des balinesischen Gartens ist der heilige Fragipanibaum, auch Tempel- oder Pagodenbaum genannt. Solche balinesische Gärten findet man in den traditionellen Hausanlagen kaum. Dort ist weniger Platz für Grünflächen als für Gebäude, Schlafraum, Küche und offene Wohnpavillons, genannt bale oder Gazebo. Das ganze ist umgeben von einer Mauer und lässt nicht viel Raum für opulente Gartengestaltung. Pflanzen werden hier eher nach ihrer Funktion, zum Beispiel als Heil- oder Nahrungsmittel und als Schattenspender gepflanzt. Die balinesische Gartenkunst blüht in Tempelanlagen und an Badeplätzen, sowie in neuerer Zeit in kunstvoll angelegten Gartenlandschaften für Hotels und exklusive Privathäuser. Aus den natürlichen Eigenheiten des Geländes, den Wasserläufen und der arrangierten Pracht der tropischen Blumen und Pflanzen entstehen exquisite Gärten. Mit steinernen Skulpturen und Figuren wird eine Wirkung höchster Harmonie erzielt. Denn natürlich geht es auch bei der balinesischen Gartengestaltung entsprechend den Glaubensprinzipien, die das ganze Leben durchdringen, um Harmonie und das Streben nach Einklang von Mensch, Natur und Universum. Drei Dinge machen einen balinesischen Garten aus: tropische Pflanzen wie Palmen oder Farne, die üppig wucherndes Grün schaffen, authentische Steinstatuen und kunstvolle Steinlampen sowie der balinesische Gartenpavillon. Schon mit einem oder zweien dieser Dinge lässt sich mit wenig Aufwand auch in unserem Klima balinesisches Gartengefühl kreieren.
|